23. Juni 03

Bruce Allmächtig

Jim Carrey als Bruce zeigt eine Hand mit sieben Fingern

Eine grimassige Komödie mit einem bodenwischenden Gott.

In Dogma hatten wir noch gelernt, dass Gott natürlich eine Frau sei, und dass sie einen tollen Humor hat. In Bruce Allmächtig ist Gott ein Farbiger – Morgan Freeman. Er wischt Fußböden, braucht Urlaub und vertraut eher auf den Humor eines Erdenbürgers als auf seinen eigenen. Genau diesem Komiker (Jim Carrey natürlich) will Gott aber einen Denkzettel verpassen, weil er sich trotz seiner Komik von einer Pechsträhne hat runterziehen lassen, nun plötzlich zu seinen christlichen Wurzeln zurückfindet und Gott beschimpft. Job, Frau und Auto sind an einem Tag der Pechsträhne zum Opfer gefallen, als hätte eine Zweierkombination sich auch ohne Gottes Abkehr erklären lassen. Carrey bekommt von Freeman (sorry, ich kann mir die Namen der Schauspieler meist besser merken als die der Filmfiguren) nun halt göttliche Macht, der Film handelt hauptsächlich davon, wie Carrey damit klar kommt.

Der Ulk beginnt: Er teilt die Suppe, lässt die Möpse seiner Freundin wachsen, rächt sich an einem Kollegen und an einer Straßengang, die ihn vorher verprügelt hatte. Beim Verprügeln floss übrigens Asterix-like (oder FSK-ab-6-like?) kaum Blut, auch hat die Gang wohl eher ein Political-Correctness-Kontrolleur zusammengestellt, dem dann aber wiederum die Anal-Sodomie entgangen... ich schweife ab....

Jim Carrey und Morgan Freeman laufen auf dem Wasser
Jim Carrey und Morgan Freeman laufen auf dem Wasser

Eine kurze Story folgt: Carrey denkt weiter nur an sich, bekommt seine Freundin trotzdem nicht zurück und verzettelt sich total. Gespickt mit vielen netten albernen lustigen familientauglichen Gags ('you have prayers' – '3.250.120 unread prayers in your inbox' oder so). Seine Einsicht kommt erst nach seinem Tod (WARUM, verdammt, kann ein Gott sich NICHT auf den Freeway setzen, ohne überfahren zu werden?), dann wird er philosophisch – für einen Satz – und es kommt natürlich ein Happy End. Wobei Carrey Happy Endiger dabei ist, als einfacher, sozialkompetenter Reporter und mit seiner Frau weiter zu leben, als sich dem verantwortungsvollen Job zu stellen, weiter mit göttlicher Macht für mehr als die Lottozahlen verantwortlich zu sein. (Wobei ich nicht sicher bin, ob ich es für lustig oder blöde halte, dass ein zu kleiner Lottogewinn als Ursache für gewalttätige Ausschreitungen herhalten muss.) Aber den Amis ist die Familie ja noch heiliger als das Gottsein. Ist ja vielleicht auch besser so: Bush hätte sich auch besser um seine Familie gekümmert, als sein Weltbild welchen zu bringen, die das gar nicht... ach, ich schweife schon wieder ab.

Zum Ende heißt es dann 'Lebe Deine Wunder' oder 'Für Wunder ist jeder selber verantwortlich' oder 'Sei Dein eigenes Wunder'. Habe ich mir nicht genau gemerkt. Aber diesen sehr konstruktiven Gedanke kann ich auch nur unterschreiben, er kann nicht oft genug gesagt werden. Ein versöhnlicher Abschluss für einen flachen, aber doch recht unterhaltsamen Film.

Sehr lustig übrigens: Carrey singt zwischendurch den Song 'What if God was one of us'. Das Original stammt wohl von Joan Osborne (habe ich nie gehört), bekannter mag aber die Version von Alanis Morissette sein. Alanis wiederum hat den (natürlich weiblichen) Gott in Dogma gespielt...