Dark Suns
Als Dark/Goth-Metal-Band angefangen, haben sie mit der letzten Platte Existence ein famoses ProgRock/Metal-Werk mit immerhin noch einigen Dark-Einflüssen hingelegt.



Die erste noch erhältliche Platte Swanlike kommt mit düsterem Metal Richtung Dark/Gothic/Doom, bietet aber genügend Melodien Abwechslung und Präzision, um vielleicht auch einigen genrefremden Hörern zu gefallen. Sänger Niko Kappe growlt allerdings herum – nicht jedermanns Sache. Im Plattenregal wäre der richtige Platz neben Dead Soul Tribe oder den alten Scheiben von Opeth und Anathema.
Auf der Existence haben die Jungs aus Leipzig ihren Stil deutlich erweitert. Die alte Melancholie bleibt weiter vorhanden, doch die Musik ist rockiger geworden, den Death-Anteil haben sie zurückgeschraubt, das Growling fehlt. Entstanden ist eine sehr atmosphärische, intensive Platte in der Nähe von Pain of Salvation, Riverside und Porcupine Tree. Schlagzeug (vom Sänger gespielt) und Bass setzen ein fettes, progressives Fundament, die Keyboards erzeugen eine sanfte, epische Atmosphäre, die beiden oft ruhigen, aber dann auch heavy sägenden Gitarren tragen die Melodie.
Kappes Normalstimme klingt sehr angenehm (nahe Dead Soul Tribe, Opeth und Anathema halt) und intensiv, schnell entsteht eine große Vertrautheit, ja sogar Intimität. Das mag für einige Hörer sogar peinlich oder unangenehm sein, doch ich stelle mich gerne dieser Nähe und Eindringlichkeit und bin fasziniert.
In Oberhausen habe ich Dark Suns im September 05 als Vorgruppe von Pain of Salvation gehört, zu dem Zeitpunkt kannte ich die Platten noch nicht. Diese Eindringlichkeit bringen sie auf der Bühne nicht so gut herüber, weil sie für die Tour keinen Schlagzeuger hinzuholen, sondern Kappe trommelt und – kaum zu sehen hinter seinem riesigen Kesselhaufen – singt. Zwar kommen sie sehr sympathisch rüber, aber auch weil die Gitarristen nicht so die Entertainer sind, kommt nur wenig Stimmung auf. Öberhäusen röckt, schon klar... Musikalisch haben die Jungs mich genügend überzeugt, die Platten zu kaufen, aber von der Stimmung her war ich dann doch froh, als die spinnerten Spässekenmacher von Pain of Salvation kamen.
Also, wenn euch die ruhigen Scheiben von Opeth gefallen, die neuen von Anathema, oder wenn ihr die alten Porcupine-Tree-Stücke mit Wilsons neuer Härte gespielt haben wollt, dann los!
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- Review des allerersten Albums bei Metalglorywww; ich habe die Scheibe noch nie gehört...