20. November 05

Dream Theater

Sie gelten immer noch als die Überväter des ProgMetal, weil sie technisch perfekt spielen, phantasievoll bleiben und komplexe Songs lieben. Aber einige Leute finden, dass irgendwas fehlt, was aus technisch perfektem Spiel auch gute Songs machen würde.

Cover - Octavarium (2005)
Octavarium (2005)
Cover - Train Of Thoughts (2003)
Train Of Thought (2003)
Cover - Six Degrees Of Inner Turbulence (2002, DCD)
Six Degrees Of Inner Turbulence (2002, Doppelalbum)
Cover - Scenes From A Memory (1999)
Scenes From A Memory (1999)
Cover - Falling Into Infinity (1997)
Falling Into Infinity (1997)
Cover - A Change of Seasons (1995, EP)
A Change Of Seasons (1995)
Cover - Awake (1994)
Awake (1994)
Cover - Images And Words (1992)
Images And Words (1992)
Cover - When Dream And Day Unite (1989)
When Drean And Day Unit (1989)

Die Jungs haben Anfang der 90er die technische Perfektion in den ProgMetal gebracht. Die erste Platte mit Sänger Charlie Dominici wirkte noch wüst und etwas ziellos, aber mit James LaBrie fanden sie die richtige Stimme und schufen eine neue Klasse des Metals, in der sie lange Jahre die einzige Band blieben. Spätestens eit der Six Degrees Of Inner Turbulence faszinieren sie mich allerdings nicht mehr so sehr, auch wenn man nicht gereade davon reden kann, dass sie abgedroschen klingen. In erster Linie geht mir allerdings die Stimme von LaBrie auf den Keks, während mir die Instrumentalparts gerade auf der Octavarium sehr gut gefallen. LaBrie klingt aber zu sehr nach den 90ern, er hat sich im Vergleich zur Band vielleicht am wenigsten entwickelt. Inzwischen sind aber geniale Stimmen wie die von Pain Of Salvations Daniel Gildenlow oder Evergreys Tom Englund am Start, auch klingen System Of A Down oder Nevermore zeitgemäßer.

Die unzähligen Live-Scheiben und DVDs habe ich bei der Discography mal weggelassen, die findet ihr u.a. auf der Homepage www.dreamtheater.netwww, die auch die vielen Nebenprojekte der Musiker aufführt. So spielt Drummer Mike Portnoy bei Neal Morse, Transatlantic, Liquid Tension Experimen oder O.S.I. mit, begleitet Queensryche und Fates Warning auf Livetouren. James LaBrie nimmt Soloscheiben auf, singt bei Projekten wie Ayreon oder Explorers Club und hat mit MullMuzzer eine eigene Band.

Das Doppelalbum Six Degrees Of Inner Turbulence besteht aus einer Platte im herkömmlichen Stil und einer mit Klassik-Einflüssen. laut.dewww dazu:

Mit Overture zeigen die Herren mal ganz nebenbei allen Ich-mach-jetzt-Metal-mit-Klassik Fuzzies, wo die Bratsche hängt. Hier spielen Band und Orchester nicht nur nebeneinander her, hier fusioniert das Ganze, krallt sich im Periodensystem Platz 119 und verweist Ununoctium auf den vorletzten Platz. Doch auch sämtliche anderen Elemente schüttelt dieses 42-minütige Klangfeuerwerk dermaßen durcheinander, dass einem sämtliche Quarks aus dem Kern fliegen.

Bei Train Of Thought legen die Jungs an Härte zu, schreibt laut.dewww. Wenn auch der Vergleich mit Hetfield, naja, LaBrie bleibt LaBrie, auch wenn er kehlig wie Hetfield klingen will, geht nicht.

Ich seh' schon wieder, wie unzählige Musiker ihre Gitarren verbrennen und Sänger mit Glasscherben gurgeln, denn Mut machen einem solche Alben sicher nicht. Was soll ich sagen? Die New Yorker sind einfach nicht von dieser Welt und versuchen auch gar nicht mehr, diesen Anschein zu erwecken. Das neue Album tut das, was man eigentlich auch von Metallica erwartet hätte: Es tritt mit Anlauf in den Arsch. [...] James LaBrie geht so weit, dass mich seine Gesangslinien an die von James Hetfield bei Blackened erinnern. Überhaupt vermeidet es der Mann weitgehend, sich in den Kopfstimmenbereich hochzuschrauben sondern gibt sich ebenfalls eher von der rauen Seite.

Etwas ruhiger und mit vielen schönen Instrumentalparts dann wieder die Octavarium, wie auch amazon.dewww findet:

Dream Theater haben sich die Kritik an ihrem letzten, arg brachialen Album Train Of Thought zu Herzen genommen und ihren Anhängern diesmal ein deutlich abwechslungsreicheres und melodischeres Progressive-Metal-Festmahl zubereitet. [...] Bei Panic Attack und Never Enough wagt sich das New Yorker Quintett sogar in harte Modern-Rock-Bereiche vor und leiht sich die eine oder andere Idee bei den Briten Muse aus, die Drummer Mike Portnoy in den letzten Jahren sehr ins Herz geschlossen hat. Ansonsten gibt es jedoch gewohnte Dream-Theater-Kost, die vom 24-minütigen, enorm vielseitigen Titelsong über kompakte, aufs Notwendigste reduzierte Hits bis hin zu sanften Balladen reicht. Stilistisch orientieren sich John Petrucci & Co. dabei sowohl an den letzten Veröffentlichungen als auch an den Klassikeralben der 90er Jahre, was dem Großteil der Dream-Theater-Fans bestens in den Kram passen dürfte.

Die letzte Live-DVD ist laut Metalglory.dewww ein Hammer:

...wirklich eine Augenweide, den fünf Jungs bei ihrer Performance zuzusehen. Mit welcher Geschwindigkeit, Spielfreunde und technischer Präzision die Herren Petrucci, Myung, Portnoy und Rudess ihre Instrumente bedienen, ist teilweise unglaublich, so dass trotz des relativ langen Sets (18 Stücke) nie Langeweile aufkommt. [...] wurde das Publikum mit einer völlig überarbeitete Version von Hollow years überrascht, welche neben einem neuen verträumten Akkustik-Gitarren-Intro über ein stark verlängertes Gitarrensolo im Mittelteil verfügt [...] Als einziges Stück von der Metropolis findet sich Beyond this life auf der Set-List wieder. Auch bei diesem Stück sind Dream Theater wieder für eine faustdicke Überraschung gut. Denn das Stück hat plötzlich eine Länge von 20 Minuten und verfügt über einen komplett neuen, jazzig-virtuosen Zwischenteil, der in das ursprüngliche Solo integriert wurde und kurz vor dem Übergang in den regulären Schlussteil in einer Schlacht zwischen Schlagzeug und Keyboard mündet, welche Mike Portnoy und Jordan Rudess die Möglichkeit gibt, dem Publikum ihr ganzes Können eindrucksvoll zu beweisen. Abgerundet wird dieses Live-Konzert durch ein relativ kurzes Keyboard-Solo sowie ein zwölf-minütiges Instrumental-Medley, welches einen äußerst gelungenen Querschnitt durch das gesamte instrumentelle Werk von Dream Theater abbildet. Immer wieder die Themen des überragenden Dance of eternity aufgreifend, werden sämtliche Instrumentals der Bandgeschichte zu einem völlig neuen Komposition zusammengefasst. Auch vor Themen des Liquid Tension Experiments [...] wird dabei nicht halt gemacht.

18.1.04: erste Fassung
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18.1.04: erste Fassung
20.11.05: Discography erweitert