Oceansize: Effloresce (2003)
Der Erstling kam bei Fans des Genres extrem gut an, es galt als eine der besten Debuts des Jahres.
Die Platte fesselt ungemein mit einer bis dahin in dieser Qualität nicht gehörten Mischung aus phantasievollem Rock mit anspruchsvollen Strukturen, aber doch eingängigen Melodien. Sänger Mike Vennart hat eine angenehme und flexible Stimme, drängt sich aber nicht ständig in den Vordergrund. Viel Gitarren, gutes Schlagzeug, atmoshpärische Keyboards. Mal spielen sie leise, um die Hörer vor Spannung explodieren zu lassen – mal explodieren sie, sodass der Hörer ängstlich zusammenfällt.
Oceansize geht weiter darüber hinaus, wie ein Plagiat zu klingen, auch wenn die Jungs Pink Floyd als einen ihrer Einflüsse nennen, und vielleicht würde Floyd heute einen ähnlichen Sound produzieren, wenn sie sich die Kreativität ihrer Gründerjahre bewahrt hätten.
laut.dewww schreibt dazu:
Nachdem eine weitere Single bzw. EP alle Musikkritiker der westlichen Hemisphäre vorgewarnt haben, gehen Vennart und Kollegen im September 2003 zum Frontalangriff über: Das Fulllength-Debüt Effloresce ("Erblühen") lässt Genremauern einstürzen. Und vollbringt gleich mehrere Großtaten. Erstens haben 75 Minuten Musik nie derart kurzweilig geklungen. Dafür tragen nicht nur die eingestreuten Instrumentalparts Sorge. Zweitens verzichtet die Band vollständig auf Anbiederei und verfolgt unbeirrt ihre ganz eigene Soundvision irgendwo zwischen Pink Floyd, The Cooper Temple Clause, Tool, Mogwai, Can und Tortoise. Drittens, ja drittens macht "Effloresce" einfach sprachlos. Löst Gänsehaut aus, betäubt die Ohren, schubst ins Delirium. Funkelt, kracht, zerbirst, lädt zum Versinken ein, rührt zu Tränen. Wenn Vennart im Achtminüter "Women Who Love Men Who Love Drugs" wie ein aufs Fleisch reduzierter Mike Patton zu surrealer Poetik Sehnsucht inszeniert, bluten Herzen aus.
Amazon hat die Platte zu spät entdeckt, aber dann immerhin das Warenwirtschafssystem befragtwww:
Das erste Album der Band aus Manchester war bereits ein Meisterwerk, das vor purer Energie zu bersten drohte, dem Begriff Gitarrengewitter eine völlig neue Bedeutung gab und sich über Monate hinweg einem kleinen, aber feinen Dauerseller entwickelte.