29. Oktober 03

Kill Bill (1v2)

Uma Thurman zwischen einem Dutzend Angreifern in einer Bar

Tarantino selber hat gesagt, dass er nicht weiß, wieviele Personen sterben...

...und es sterben viele...

Die Story: Die (vermutlich) Serienkillerin 'die Braut' wird auf ihrer Hochzeit zusammen mit sämtlichen Teilnehmern der Trauung getötet. Wie durch ein Wunder überlebt sie, liegt vier Jahre im Koma und erwacht dann mit dem Wunsch, sich an ihren Mördern, ihrem alten Auftraggeber Bill und seinen anderen Auftragskillerinnern, zu rächen. Als erstes tötet sie ihren Pfleger, der sie in dieser Zeit immer wieder gegen Geld missbrauchen lässt und den aktuellen Besteiger. Danach tötet sie weiter. Darauf bringt sie ein paar um, dann hackt sie ein paar Gliedmaßen ab und tötet wieder. Zwei Gegner lässt sie am Leben. Und für den zweiten Teil bleiben einer der Killerinnen und Bill selber übrig.

Gesicht in Großaufnahme im Zeichentrickstil
Anime-Ausschnitt

Der Film bedient sich vor allem bei Martial-Arts-Filmen, bei denen nur auf japanische Kampfsportart-Weise geprügelt wird – kennen Nicht-Experten wie ich beispielsweise aus der Matrix oder der Szene bei Shrek, in der die Prinzessin den Robin-Hood-Verschnitt vertrümmert. Sogar den Anime-Trend nimmt Tarantino auf und produziert ein paar Szenen als Zeichentrick-Film im japanischen Stil. Auch Krams wie Schwarzweiß-Szenen, Zeitlupen und extrem unrealistische Kampfszenen gehören zum Programm.

Lucy Liu mit Samuraischwert im verschneiten Garten
Lucy Liu im verschneiten Garten wirkt überzeugend statt kitschig

Auf unverwechselbare Weise übertreibt Tarantino diese Stil, ohne ihn ins Lächerliche zu ziehen. Der Film wirkt eher wie eine Hommage an den japanischen Martial Arts. Für das Japan-ungeübte Auge der Europäer oder Amerikaner mag er sogar angenehmer sein als manch japanische Produktion oder gar die oft unerträglich albern wirkenden Jackie-Chan-Filme. Die Übertreibungen wie die Kämpfe auf Treppengeländern, im verschneiten Garten oder gegen unzählige (zumindest von Tarantino nicht gezählten) Gegner oder die in Schuluniform gekleidete Leibwächterin driften nie ins lächerliche, alberne oder kitschige (die Braut bekommt ihr Killer-Schwert selbstverständlich von einem alten Schmiedemeister, der inzwischen als Sushi-Koch arbeitet, als Getränk nur Sake oder Tee anbietet und extra für sie mit seinem Schwur vor Gott bricht und das beste je geschmiedene Schwert.... aber trotzdem habe ich das nicht als kitschig empfunden). Tarantinos spezielle ironisch übertriebene Auslegung der Stilmittel bringt das Publikum – naja, zumindest mich – zum Schmunzeln oder zum brüllenden Lachen, aber wir lachen – etwas abgedroschen – mit den Genre-Fans und -Stars, nicht über sie.

Chiaki Kuriyama lässt eine Metallkugel mit Stacheln fliegen
Die stachelige Metallkugel von Chiaki Kuriyama bekommt gut zu tun

Allerdings strotzt KillBill wie von Tarantino und seinem Kumpel Rodriguez (m.E. nicht beteiligt) nicht anders zu erwarten ist, von Gewalt und Blut. Letzteres spritzt als neue Quelle nun auch aus Hälsen, Arm- und Beinstumpfen, nachdem die betreffenden Gliedmaßen mit Samurai-Schwertern abgehackt wurden. Wer sowas nicht verträgt, sollte das Kino gar nicht erst betreten.

Schaut euch auch die Websites an: Die deutschewww bietet ein paar Musikschnipsel, recht wenig Infos und geht nur mit Flash. Auf der englischenwww findet ihr viele Infos zu den Schauspielern (viele der japanischen Schauspieler gelten in ihrer Heimat als Stars) und Machern des Films. Von dort habe ich auch die Bilder hier kopiert.

Teil 2 soll übrigens am 24. Februar 04 in die deutschen Kinos kommen.