Kill Bill (2v2)
Bilderserie auf n-tv: "Kult oder zum Kotzen". Spiegel Online: "Der beste Regisseur nicht nur seiner Generation, auch der Gegenwart"; Interview mit Bill-Darsteller David Carradine: "Superman ist nicht mein Fall. Ich habe nicht solche Fähigkeiten wie er, außerdem hat er zu sehr ein Weichei-Image".
Der News-Dienst n-tv hat am 9.4.04 eine nette Bilderserie mit ein paar Kommentaren zu Kill Bill Vol.II veröffentlichtwww: hier findet ihr sie. (Teil 2 von Kill Bill lief in den USA im April 04 an. Die deutschen Kinos zeigen ihm ab dem 22. April. Kill Bill Vol.I lief im Herbst 2003.)

n-tv schreibt:
Der Streifen polarisiert. Während er die einen amüsiert, sollen sich andere im Kino übergeben haben. In filmischer Perfektion setzte Regisseur Quentin Tarantino ein Rache-Epos ins Bild, in dem Gewalt in allen Farben zelebriert wird.
Eigentlich sollte "Kill Bill" als Gesamtwerk in die Kinos kommen, doch um die Zuschauer mit all den umher fliegenden Körperteilen nicht zu überstrapazieren, entschied man sich kurzerhand, das Epos zu teilen ... bis zum finalen Showdown mit "Bill".

Am 22.4. hat Spiegel Online eine Rezension veröffentlichtwww, in der Autor Oliver Hüttmann vor allem die brillante Regiearbeit von Quentin Tarantino hervorhebt:
Mit diesen Sequenzen befindet sich Tarantino auf dem Höhepunkt seiner Könnerschaft. Hier zeigt er eine Sensibilität, die man hinter der Eleganz seiner Kompositionen und der Coolness seiner Charaktere oft nur vermutet hat. [...] Das wird von vielen übersehen, weil Gewalt sich offenbar stärker ins Gedächtnis brennt und Tarantinos lässige Inszenierung den Gesamteindruck prägt. [...]
Bei kaum einem anderen blühen selbst schwache Schauspieler stärker auf - John Travolta zehrt noch heute von Pulp Fiction. [...] Dabei stellt Tarantino kein Plagiat her oder einen Mix, wie es der alles absorbierende Mainstream macht, und er geht dabei auch ohne jene Ironie vor, die ihm immer wieder gerne unterstellt wird. Jede Einstellung in Kill Bill ist eine Liebeserklärung an die Vorbilder und ihre Visionen, selbst wenn die geschmacklos sind. Tarantino hat ein sicheres Gespür für markante Bilder, typische Merkmale und Herzstücke eines Films oder Genres.

Am 28.4. brachte Spiegel Online ein Interview mit David Carradinewww, dem Schauspieler von Bill:
SPIEGEL ONLINE: Eigentlich wollte [Tarantino] nicht Sie, sondern Warren Beatty für die Rolle des Killer-Kommandeurs Bill.
Carradine: Ursprünglich war es nur ein kleiner Part. Bill sollte erst am Ende auftreten. Aber dann las Quentin meine Autobiographie. Davon inspiriert lehnte er die Rolle an meine Person an und baute sie immer weiter aus. Warren Beatty hätte also Monate statt Wochen mit Quentin zusammenarbeiten müssen, und er wäre gezwungen gewesen, Kung Fu und Schwertkampf zu trainieren. Die ganze Zeit erzählte ihm Quentin von mir, bis er schließlich sagte: Warum heuerst du nicht David an? Dafür werde ich ihm ewig dankbar sein.
Wenn also Quentin nicht meine Autobiographie gelesen hätte, wäre "Kill Bill" ein anderer Film. [...] Ich bekam nicht mal andere Klamotten für den Film. Quentin schickte seine Garderobiere zu mir nach Hause, damit sie in meinem Kleiderschrank räubert. [...]
Mein Vater John Carradine war ein berühmter Charakterdarsteller, der viele Filme mit John Ford gedreht hat. Er meinte zu mir, ein Schauspieler müsse sein Ich verbergen. Niemand dürfe ihn hinter seiner Maske erkennen. Aber daran glaube ich nicht. Meines Erachtens muss man genau in die Augen eines Schauspielers sehen können, bis in seine Seele hinein. Und in seiner Seele erkennt man die Figur, die er gerade spielt. Das findest du bei einem Marlon Brando oder bei Tom Hanks in seinen besten Rollen.
Klingt so, als dürfte man sich den Film nicht entgehen lassen.
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22.4.04: Link I auf Spiegel Online
28.4.04: Link II auf Spiegel Online