Leipziger Allerlei
Einmal im Jahr lädt C. aus L. eine exclusive Gruppe von Feinschmeckern ein, um mit ihnen ein Festessen zu zelebrieren.
Sie scheut keine Kosten und Mühen, um den Gästen ein perfektes Ambiente zu bieten, in dem sie sich mehr als nur wohlfühlen. Ganz zu schweigen vom Festmahl: Nur erlesenste Zutaten finden den Weg in ihre Töpfe, alles bereitet sie mit viel Liebe und Können zu.

In erster Linie geht es um Gänse. Ungefähr ein Dutzend dieser erlesenen Tiere springen im Lauf eines Abends über die Klinge. Vegetarier mögen jetzt also auf den Back-Button ihres Browsers drücken. Im Folgenden könnten einige Bilder auftauchen, die ihr Empfinden zu Fleisch und Leben doch ein wenig verletzen. Auch sollten strenge Anti-Alkoholiker schnellstens andere Seiten aufsuchen.

Die Vorbereitungen dauern etwa drei Wochen. Wer von den Gästen eher kommt, darf sogar helfen und kleine Einkäufe oder große Gänse erledigen. Oder er darf 40 kg Kartoffeln schälen und ähnliche Strafarbeiten übernehmen. Auch Mitbewohner T. wird immer gut vor die Karren gespannt...
Fotos davon existieren nicht, weil ich während meiner Sklaventouren nicht fotografieren durfte. Da hätten AI oder ähnliche Organisationen was gegen gehabt. Ich musste vorher auch unterschreiben, dass ich alles freiwillig gemacht habe und ich nicht gezwungen wurde.

Aber egal. Für so ein Essen tue ich alles.

Die Ruhe vor dem Sturm. Alle sind erschöpft. Alle Sklavenarbeiter wieder entfesselt. Gleich gehts los...