29. Juni 09  •  Rubrik Bearbeitung & Profile  •  Kommentar schreiben

Arbeiten mit DNGs in Lightroom und Geosetter

DNG ist ein standardisiertes RAW-Format, das einen offiziellen Metadaten-Teil (EXIF, IPTC) hat und daher etwas flexibler handzuhaben sein sollte als die herstellerspezifischen RAW-Formate. Ich habe mir das Zusammenspiel mit dem GPS-Tool GeoSetter angeschaut

Der fiese Tag mag kommen, an dem eine Version von Lightroom herauskommt, die meine alten RAWs nicht mehr lesen kann – schon jetzt klappen die von mindestens einer älterer Canon-Kompaktkamera nicht. Aber auch im Workflow haben RAWs Nachteile, weil die enthaltenen Metadaten nur die von der Kamera sind und alle zusätzlichen entweder in der Lightroom-Datenbank oder in den XMP-Sidecars stecken. Umständlich beispielsweise beim Geotagging per GeoSetter.

Lightroom kann RAWs direkt beim Import in DNGs wandeln, sodass die RAWs gar nicht erst auf der Platte landen.

Ein Ausweg wäre das DNG-Format, was eine Art standardisiertes RAW ist. Es besteht aus einem Satz Metadaten (IPTC, EXIF), den Informationen der XMP-Datei inklusive der Lightroom-Bearbeitungsschritte und den Rohdaten, die in einem vordefinierten Pixelmuster (oder sieht Adobe mehrere Muster vor? Egal, spielt in der Praxis keine Rolle) gespeichert sein müssen. Die Einzelheiten und viele Aspekte des Umstiegs und des Workflows hat Kollegin Trinkwalder in c't 5/09 im Artikel Raw ohne Grenzen beschrieben.

Speziell fürs Geotagging wollte ich das mal ausprobieren. Und tatsächlich: Das funktioniert alles auf Anhieb und auch so einfach, wie erwartet. Allerdings fällt sofort ein großer Nachteil auf: Es wird langsamer. Denn vorher musste GeoSetter die GPS-Daten nur in die XMPs schreiben, also pro Bild ein paar Dutzend Kilobyte schreiben. Nun aber erstellt GeoSetter die DNG-Datei komplett neu, also bei mir und 10 bis 20 MByte pro Bild – Faktor 1000.

Desweiteren war mir aufgefallen, dass Lightroom bis Version 2.3 zwei Konvertierungsmöglichkeiten kannte, eine lineare und eine äh, andere. Bei der anderen wird das RAW mehr oder weniger unverändert importiert, bei der linearen Konvertierung findet schon ein Teil der – oder sogar die gesamte – Decodierung statt. Die Fotos werden dann viel schneller geladen, belegen aber ein Vielfaches an Platz. Bei mir rund 45 MByte pro Bild, also etwa das Dreifache. Zusätzlich kann man das Original-RAW ins DNG einbinden, was nochmal 15 MByte kostet. Ich habe mich dafür entschieden, das RAW nicht einzubinden und auch auf die lineare Form zu verzichten. Dann ist ein DNG ungefähr so groß wie ein RAW.

Doch einen echten Vorteil sehe ich bei der DNG-Verarbeitung für mich nicht, was hauptsächlich daran liegt, dass das eine Tool, das ich außer Lightroom nutze, auch mit XPM umgehen kann, nämlich GeoSetter. Und wenn ich entdecke, dass alte RAWs nicht mehr gehen, kann ich sie dann immer noch in DNGs oder JPGs umwandeln. Einen Vorteil hat DNG für mich höchstens beim Archivieren, weil dann einfach eine Datei pro Bild reicht und alle Informationen der Lightroom-Datenbank drinstehen.

Updates

29.6.09: erste Fassung
8.9.09: Screenshot Lightroom

Weitersagen:

  • Email Favicon
  • Facebook Favicon
  • Google Favicon
  • LinkedIn Favicon
  • TwitThis Favicon

Kommentar schreiben

Name oder Pseudonym:

Kommentar: