
Die Fotowand
Endlich eine Möglichkeit, haufenweise Fotos im Blick zu behalten: Ein paar Metallstangen und eine Handvoll Magnete ergeben eine Fotowand.
Eine ganz einfache Lösung, ich habe drei Reihen dieser Metallleisten, mit denen man sonst Regale an die Wände bringt, waagerecht aufgehängt. Die Fotos befestige ich mit kleinen Magneten. Wenn sie sich wellen, hänge ich wieder mit einem Magneten unten ein Gewicht dran; momentan nehme ich Geldstücke, aber ein paar Drucke verlangen wohl was Schwereres. Ebenfalls mit Magnet plus Geldstück hänge ich ab und zu zwei Papiere aneinander, wenn da gerade mal keine Leiste vorbeikommt.
Die Fotowand misst nun drei Meter in der Breite und etwas über einen in der Höhe. Sechs Regalleisten habe ich gekauft, und über 60 Magnete. Fünf Druckerpatronen musste ich wechseln, momentan müffelt die Bude auch noch ein wenig nach feuchter Tinte. Platz habe ich nun für ungefähr 30 Fotos in A4, A3 und A3+, beziehungsweise momentan hängen fast 50, wenn ich mitzähle, wenn mehrere auf einem Blatt stehen.
Toll, toll. Jetzt kann ich experimentieren mit der Lightroom-Funktion, mehrere Fotos auf eine Seite zu drucken, mit verschiedenen Layouts und Rändern. Leider kann Lightroom 2 nur gleiche Formate auf einer Seite, erst LR3 kennt mehr Tricks. Aber auch so entstehen spannende Layouts, finde ich. Ich bekomme viel besser einen Eindruck, welche Bilder doch stark wirken, welche gut zusammenpassen, welche ich vielleicht auch mal an einen Posterdruck schicken könnte. Und ich kann Bilder genießen, die ich sonst nie aufhängen würde, denn wer will schon auf so einen Tiger glotzen, auf Fische oder auf Musiker. Aber in der Mischung entsteht eine aufregende Sammlung.
Ganz zufrieden bin ich aber noch nicht: Die Leisten verhindern eine wirklich freie Position aller Fotos, das Untereinanderhängen ist nur eine unpraktische Notlösung. Einige Fotos wellen sich so stark, dass ich sie unten an der Wand fixieren müsste. Mehr Abstand würde manchen Fotos gut tun, aber dann sieht man die hässliche Metallleiste. Die kleinen Magnete entpuppen sich als arg fummlig, etwas größere, die man besser greifen kann, wären schön.
Die Version 2.0 der Fotowand wird also entweder aus mehr, enger angebrachten und hübscheren Leisten bestehen, oder aus einer riesigen magnetischen Fläche. Beides nicht so ganz einfach. Ein paar Ideen habe ich schon gesammelt:
- Bei Flux (von denen habe ich die Magnete) gibt es hübsche Edelstahl-Leisten, kosten pro Meter 20 Euro und sind bis zwei Meter Länge lieferbar.
- Die haben auch eine sehr originelle Lösung im Angebot, nämlich ein Magnet-Fotoseil. Das wird ähnlich diesen hässlichen Lampenhalterungen aus den 80ern verlegt, nur an der Wand statt Decke. Aber wer weiß, wie wackelig das alles wird und ob die nicht genauso grässlich verstauben wie das Zeugs an der Decke.
- Metallplatten kosten in der benötigten Größe ein Vermögen und dürften auch ordentlich was wiegen. Keine gute Lösung.
- Etwas besser: Kleine runde Metallplatten, die man auf die Wand oder Tapete kleben kann. Dürfte aber ganz schön schwierig sein, die richtige Verteilung zu finden, und dürfte dann auch etwas seltsam aussehen, wie Irgendwas aus Science-Fiction-Filmen aus dem 50ern, befürchte ich.
- Sowas gibts auch von der Rolle: Metallhaftband (hier von Aufkleberland.de) klebt man einfach im benötigten Abstand auf Wand oder Tapete, die Magnete halten dann daran. Naja, hübsch ist was Anderes, ich habe da noch keines gefunden, das nicht die Anmutung von Klebeband hat.
- Die bieten auch Ferroplastfolie an, die ansich auf Holzplatten oder ähnliches aufgezogen gehören, die man aber vielleicht auch direkt an die Wand murksen könnte. Die finde ich aber nur in kleinen Größen, meist A4-Bögen, hier mal von der Rolle mit 60 cm Breite, auch zu wenig. In teurer und einem Meter Breite auch als Stahlfolie erhältlich – müsste man sich mal ansehen.
- Die vielleicht interessanteste Alternative ist Magnetfarbe: Einfach auf die Tapete streichen oder auf den Putz, kurz abschleifen, bei Bedarf überstreichen – und schon hat man eine Magnetwand in der gewünschten Größe. Oder sogar mit Tafelfarbe überstreichen, dann hat man eine riesige Kreativwand.
Aber vermutlich werde ich mich dazu erst in der nächsten Wohnung aufraffen können. Für hier reicht mir Fotowand 1.0 eigentlich aus. Es gibt ja nichts dauerhafteres als Provisorien.