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16. Januar 05  •  Rubrik Unterwegs  •  Kommentar schreiben

Malta: Häfen im Osten

Am letzten Tag habe ich die malerischen Hafenstädten im Südosten besucht, die trotz Touristenrummel eine gewisse Gemütlichkeit ausstrahlen.

Am letzten Tag habe ich die malerischen Hafenstädten im Südosten besucht, die trotz Touristenrummel eine gewisse Gemütlichkeit ausstrahlen.

Das Fischerdorf Marsaxlokk gilt als Eldorado für Fotografen, weil im Hafen vormittags ein bunter Markt mit vielen Meeresfrüchten stattfindet und (den ganzen Tag lang) viele bunt angemalte Fischerboote anlegen. Eine hübsche Kirche steht dort selbstverständlich auch. Insgesamt sollen 365 Kirchen auf Malta und Gozo stehen, eine für jeden Tag, wie die Malteser wohl drüber scherzen. Die katholische Kirche prägt wohl stark die konservative Regierung, dort sollen Abtreibung und Scheidung verboten sein. Dabei sehen die Kirchen so friedlich und freundlich aus.

Mein Besuch fand außerhalb der Hochsaison statt, sodass der Markt praktisch nicht vorhanden war und viele Fischer die Ruhe nutzten, um ihre Boote zu renovieren. Luzzus heißen sie (die Boote), Grundfarbe meist blau, am Bug mit zwei Augen verziert. Manchmal schien auch ein Luzzu-Lehrling am Werk gewesen zu sein.

Um das Hafenbecken reiht sich Cafe an Kneipe an Restaurant. Während der Hochsaison könnte das in ein ziemliches Getümmel ausarten.

Jetzt war's aber sehr ruhig. Ich glaube, außer mir war kein Tourist da. Und von wegen Foto-Eldorado, ich war der einzige mit Knipse dort. Also habe ich noch ein paar leere Straßen und schöne Villen geknipst und mich dann verzogen – das war jedenfalls mein Plan gewesen. In der Zwischenzeit hatten allerdings ein paar der dort allgegenwärtigen streunenden Hunde (Katzen rennen da auch viele herum) mein Mietwagen in Beschlag genommen, bzw. dessen Schatten. Dummerweise haben die Malteser übrigens Linksverkehr, sodass der Fahrersitz rechts war und ich an den Kötern vorbei musste. Ein paar Hundebisse später saß ich jedoch im Auto, und weil ein guter Polo natürlich schneller als sein Schatten fährt, hatte ich bald meine Ruhe.

Zwei Buchten weiter bin ich in einem winzigen Ort gelandet, wo außer einer kleinen Kneipe und ein paar Anglern fast nichts passierte. St. Pauls Bay oder so.

Nach einer kurzen Pause bin ich weitergefahren; sofort hinter dieser Bucht wurde es etwas exklusiver oder sollte zumindest so aussehen. Ich schien im schicken Viertel von Marsascala gelandet zu sein, das eine schöne Strandpromenade, einige teuer wirkende Hotels und viele sehr schöne Einfamilienhäuser beherbergte. Fotos habe ich wenig gemacht.

Marsascala selbst besteht aus einer sehr langen Bucht mit einem kleinen Hafen, der eher von Sport- als von Fischerbooten dominiert scheint.

Auch wenn die Fotos vielleicht einen eher ungemütlichen Eindruck erwecken: Kneipen, Restaurants, Geschäfte, Marktstände und Cafes wirken so gemischt, dass nicht die Touristik im Vordergrund steht, sondern die Gemütlichkeit.

Hier gefiel es mir am besten, ich habe Marsascala (wie schon beim ersten Besuch) zu meinem Lieblingsörtchen von Malta erkoren.

Doch meine Zeit auf der Insel näherte sich dem Ende...

Blick von Dingli-Klippen über den Norden von Malta

...Mit einem ein bisschen wehmütigen Blick über die Insel bin ich dann zum Flughafen gefahren; die Rückgabe des Leihwagens verlief problemlos, ebenso der Rückflug.

Insgesamt hat Malta auf mich nicht mehr die Faszination ausgeübt, die ich beim ersten Besuch verspürt hatte. Das liegt wohl daran, dass sich sowohl die Insel als auch meine Vorstellungen seitdem verändert haben. Nochmal zurück? Eher nicht...

Updates

16.1.05: erste Fassung
22.11.06: Fotos und Layout überarbeitet
31.1.10: Fotos und Layout überarbeitet
6.2.10: letzte Überarbeitung

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